2-Komponenten Massen
2- Komponenten Silikonkautschuke vulkanisieren bei Raumtemperatur. Dabei handelt es sich insbesondere um Abform- und Vergussmassen auf Silikon- oder Polyurethanbasis für anspruchsvolle Profi-Abformungen und Gießverfahren. Es wird unterschieden zwischen:
- kondensationsvernetzenden RTV-2 Silikonkautschuken
- additionsvernetzenden RTV-2 Silikonkautschuken
Kondensationsvernetzende RTV-2 Silikonkautschuke bestehen aus einer Haupt- (A) und Härterkomponente (B), die den Zinn-Katalysator enthält. Bei einer Kondensationsvernetzung verbinden sich die Polymerketten durch den Vernetzer unter Freisetzung von Alkohol als Spaltprodukt. Eine Erhöhung der Temperatur über + 90 °C führt zu einer Umkehrung der Vulkanisierung. Kondensationsvernetzenden RTV-2 Silikonkautschuke haben folgende Eigenschaften:
- keine Störung der Vulkanisierung durch Inhibierung
- die Geschwindigkeit der Vulkanisierung lässt sich durch Änderungen bei der Härtermenge etwas einstellen
Additionsvernetzende RTV-2 Silikonkautschuke bestehen aus einer A- und einer B-Komponente. Bei der Additionsvernetzung werden Polymerketten durch Hydrosilylierung von Vinylgruppen mit dem Wasserstoff enthaltenden Vernetzer verknüpft. Additionsvernetzende RTV-2 Silikonkautschuke haben folgende Eigenschaften:
- kein Gewichtsverlust bei der Aushärtung und eine sehr geringe Schrumpfung (< 0,1 %)
- keine Freisetzung von Spaltprodukten
- Beschleunigung der Vulkanisierung durch Hitze (beispielsweise auf 2 Minuten bei + 200 °C)
- eine Umkehrung der Vernetzung kann nicht auftreten
- Bitte beachten Sie: Additionsvernetzende Silikonkautschuke können durch Schwefel, Stickstoff, Aminoverbindungen und Metallsalze so verunreinigt werden, dass keine Vulkanisierung und Aushärtung mehr erfolgt. Vor einer Verarbeitung sollten daher auch Handschuhe, Mischbecher und zur Verarbeitung eingesetzte Werkzeuge auf diese Verunreinigungen hin durch Tests überprüft werden. Da auch unbenutzte Latex-Handschuhe, Klebstoffe, Lacke, Silikon-Dichtstoffe, Naturkautschuk und 3D-Druckmaterialien (meistens Stereolithografie) verunreinigt sein können, sollten vor einem Kontakt auch mit diesen Materialien immer Tests durchgeführt werden. Sollen additionsvernetzende Silikonkautschuke auf entsprechend kontaminierten Oberflächen dennoch eingesetzt werden, müssen die Oberflächen, die mit einem additionsvernetzenden Silikonkautschuk in Kontakt kommen sollen, zuvor mit Polyvinylalkohol abgedichtet werden. Auch eine mehrmalige und intensive Oberflächenbehandlung mit der WACKER Grundierung G 790 TOLUOL FREI kann eine Verarbeitung ermöglichen.